Mittwoch, 10. Juni 2020

campact.de: Aldi, Bolsonaro und ein heimliches Video. Bitte lesen und unterschreiben.

Weitere wichtige Massnahmen: Fleischkonsum meiden oder stark reduzieren, brasilianische Produkte konsequent boykottieren, solange der "Trump von Brasilien" an der Macht ist:

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Regenwald in Flammen

Ihr Supermarkt kann eine Katastrophe verhindern: Brasiliens PrÀsident Jair Bolsonaro plant ein Gesetz, das den Amazonas-Regenwald der Zerstörung preisgibt. Das Ziel: mehr Fleisch exportieren. Einige
SupermÀrkte reagieren mit einem Boykott. Doch drei entscheidende Ketten fehlen. Darum fordern wir Edeka, Lidl und Aldi Nord auf, sich Bolsonaros Gesetz entgegenzustellen.


Gigantische Rauchwolken verdunkeln den Himmel, Jahrhunderte alte BĂ€ume brechen zusammen. Der Regenwald im Amazonas brennt. Brasiliens PrĂ€sident Jair Bolsonaro lĂ€sst die Agrarkonzerne wĂŒten. Sie zerstören den Regenwald, um an mehr WeideflĂ€che zu kommen. In einem Jahr haben sich die Rodungen fast verdoppelt.[1] Großgrundbesitzer eignen sich seit Jahren illegal neues Land im Regenwald an. Statt sie zu bestrafen, soll ein neues Gesetz das im Nachhinein erlauben: eine Einladung, neue FlĂ€chen auszubeuten.[2]

Ein Gesetz, um noch mehr Regenwald zu verbrennen: Das geht selbst Discountern zu weit. Einige europĂ€ische Supermarktketten haben sich zusammengetan und drohen mit Boykott.[3] Sie wollen Produkte der Großgrundbesitzer nicht mehr verkaufen – bis Bolsonaro einlenkt. Wirtschaftlicher Druck wirkt: Das zeigt die Reaktion des brasilianischen Kongresses. Einen Tag nach der ersten Boykottdrohung strich er das geplante Gesetz kurzfristig von der Tagesordnung – zu heikel.[2]

Doch verschieben reicht nicht – das Gesetz muss kippen. Das klappt nur, wenn der Boykott breit genug ist. Drei große Ketten fehlen dafĂŒr noch: Edeka, Lidl und Aldi Nord. Mit ihnen wĂŒrden ĂŒber 70 Prozent der deutschen EinkĂ€ufer*innen Bolsonaro boykottieren.[3] Das mĂŒssen wir – als Kundinnen und Kunden – jetzt einfordern: Sobald 100.000 Menschen den Appell unterschrieben haben, ziehen wir vor die Firmenzentralen und konfrontieren die Ketten. Ihre Stimme als Verbraucher*in zĂ€hlt: Bitte unterzeichnen Sie jetzt!


Ein Video mit schmutzigen Details: vor Kurzem ist die Aufnahme einer Kabinettssitzung aufgetaucht. Sie zeigt Bolsonaro und seinen Umweltminister. Gemeinsam planen sie, wie sie den Umweltschutz opfern – ohne dass die Öffentlichkeit es mitbekommt. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, da die Presse sich ausschließlich mit Covid-19 beschĂ€ftigt, uns das Amazonas-Thema vorzunehmen", sagt der Umweltminister und setzt nach: „Wir haben in diesem Moment die Chance, alle Regelungen zu Ă€ndern."[4]

Bolsonaros neues Gesetz hat die Kraft, den geschwĂ€chten Regenwald endgĂŒltig zu zerstören. 17 Prozent der GesamtflĂ€che sind bereits völlig abgeholzt, eine genauso große FlĂ€che ist stark geschĂ€digt. Jetzt wird es knapp fĂŒr das außergewöhnliche Ökosystem. Denn der Wald produziert seinen Regen selbst. Wissenschaftler*innen befĂŒrchten, dass dieser Wasserkreislauf schon bei etwa 20 Prozent Zerstörung kollabiert. Ein Regenwald ohne Regen wird zu einer Savanne – das wĂ€re sein Kollaps.[5]

Das geplante Gesetz bedroht die indigene Bevölkerung, die Artenvielfalt und das Klima. Normalerweise wĂŒrden wir die Politik direkt adressieren. Im Falle des rechtsradikalen Bolsonaro ist Diplomatie unmöglich. Daher packen wir ihn an seiner empfindlichsten Stelle: dem Profit.

Bolsonaro ist auf die UnterstĂŒtzung der Agrarlobby angewiesen. Ein Boykott europĂ€ischer SupermĂ€rkte wĂŒrde ihn politisch enorm schwĂ€chen. Schließlich ist die EU die drittwichtigste Abnehmerin von brasilianischem Rindfleisch.[6] Die SupermĂ€rkte wiederum hören auf ihre Kund*innen. DafĂŒr mĂŒssen wir ihnen klar machen: Wir wollen nicht, dass fĂŒr unsere Produkte der Regenwald stirbt. Darum zĂ€hlt jetzt jede Stimme. Bitte unterzeichnen Sie den Appell an Edeka, Lidl und Aldi Nord.


Herzliche GrĂŒĂŸe
Friederike Gravenhorst, Campaignerin

PS: Überall sinkt der CO2-Ausstoß in der Corona-Krise. Nur in Brasilien droht er um 10 bis 20 Prozent zu steigen, berechnet das ObservatĂłrio do Clima.[3] Schuld daran ist Bolsonaros zerstörerische Regenwald-Politik. Sie hat unvorhersehbare Folgen fĂŒr das Klima. Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell, um die Zerstörung zu stoppen.


[1]„Abholzung im Amazonasgebiet steigt um 85 Prozent", Zeit Online, 15. Januar 2020
[2]„Bolsonaro und die HolzfĂ€ller", taz Online, 24. Mai 2020
[3]„Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland: Marktanteile fĂŒhrender Unternehmen in Jahr 2018", statista, Mai 2019
[4]„Der ,Umweltzerstörungsminister': Im Schatten der Corona-Krise werden in Brasilien die RegenwĂ€lder abgeholzt", Frankfurter Rundschau Online, 28. Mai 2020
[5]„Showdown am Amazonas", klimareporter, 14. MĂ€rz 2020
[6]„EU importiert wieder mehr Rindfleisch aus Brasilien", Agrar Heute Online, 25. Januar 2019

 
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