Samstag, 9. März 2024

Pensionskassen-Klimareport 2024 - Teil 2: Kaum Bewegung bei den Unbewegten und Intransparenten


UH/ Sehr lesensswert. Der Autor ist Mitglied der Klimagrosseltern 
Region Bern


Liebe Finanz- und Klima-Interessierte 

Dies ist Teil 2 unseres Klimareports in drei Teilen. Im Teil 1 haben wir die erfreuliche Zunahme des klimaverträglich investierten Anlagevolumens aufzeigen können. Darauf aufsetzend konnten wir Erwartungen an neue, zukunftsorientierte Zielstellungen fĂĽr nachhaltige Investitionen formulieren. In diesem Teil und im nachfolgenden Teil 3 mĂĽssen wir nun erkennen, dass das das Tempo in der gesamten Pensionskassen-Branche noch kräftig zunehmen muss.

Teil 2

Kaum Bewegung bei den Unbewegten und Intransparenten  

"TIEFROT" sind mit rund 40% des Anlagevolumens die Unbewegten und Intransparenten

Die oben mit ihren ersten wenigen Zeilen abgebildete Liste der total 275 vermuteten ESG-Beginners haben wir erstellt im Rahmen unserer Kampagne der Neuerfassung und des Challengings des noch dunklen Teils der Pensions-kassen. Diese investieren bisher konventionell, also klimaschädlich, wie wir - wenig überraschend - herausgefunden haben. "Vermutet" sagen wir, weil wir noch nachfassen werden, ob nicht doch bei der einen oder anderen Pensionskasse eine positive Veränderung im Gange ist.

Fehlende Transparenz

Von den von uns erfassten mittleren und grossen Pensionskassen sind rund 220 intransparent, da sie keinen Webauftritt haben. Unseren Stichproben zufolge ist das auch bei den rund 800 Mini-Pensionskassen der Fall. Wir haben das Anlagevolumen der Vorsorgeeinrichtungen zusammengezählt, die wir als "Im Dunkeln" einordnen mĂĽssen: was die Investitionen bewirken, kann fĂĽr rund 20% des Vorsorge-kapitals der Schweiz von total rund 1400 Milliarden nicht unabhängig durch externe Interessengruppen ermittelt werden. Der "dunkle" Betrag im Bereich von 280 Milliarden ist keine Bagatelle. 

Jedenfalls müssen wir eine ausbleibende Reaktion auf unsere Anfragen als Kenntnisnahme und Einverständnis mit unserer Annahme betrachten, dass sie noch konventionell und somit klimaschädigend investieren.

Kein Webauftritt auf der Firmenwebsite: was bei den etwa 800 Mini-Pensionskassen von KMU's noch mit den geringen Ressourcen erklärbar ist, ist aber im Fall der Grossen unter den Firmen-Pensionskassen unverständlich. Besonders auffällig ist das Verhalten der Pensionskasse der UBS und der Pensionskasse der Roche, die es sich leisten, gegen aussen intransparent zu bleiben. Diese Haltung steht in offensichtlichem Widerspruch zum ESG Reporting Standard fĂĽr Pensionskassen des Pensionskassenverbandes ASIP vom Dezember 2022, der feststellt, mit einer Offenlegung solle "ein Zeichen gesetzt werden: Die PK-Branche befasst sich eigenverantwortlich mit dem Thema, kommuniziert dies auch aktiv und nimmt somit ihre Verantwortung wahr". Und der ASIP "empfiehlt, eine Ăśbersicht der Nachhaltigkeitsstrategie (inkl. ESG-Kennzahlen) auf der Website zu publizieren. Auch die ASIP ESG-Wegleitung fĂĽr Schweizer Pensionskassen vom Juli 2022 besagt, das Reporting sei "ein Kommunikationsinstrument, das eine wichtige Rolle dabei spielt, Destinatäre und externe Interessengruppen ĂĽber eine angemessene ESG-Umsetzung zu informieren".

Mehr erfahren zu den noch "ROTEN" Pensionskassen und warum ein Widerspruch zur treuhänderischen Sorgfaltspflicht besteht

Nachhaltigkeit ist einfach - Just do it!

Den 275 Vorsorgeeinrichtungen auf der Liste der vermuteten ESG-Beginners haben wir neben einem Informationsschreiben fĂĽr die Stiftungsratsmitglieder auch unsere neue Empfehlungsliste: Nachhaltige und klimaverträgliche Anlagelösungen fĂĽr Pensionskassen gesandt. Diese visualisiert die Vielzahl der auf dem Markt zur Ablösung der konventionellen Pendants angebotenen "Advanced ESG" Fonds und bewertet sie auf ihre Nachhaltigkeitswirkung. Es gibt heute, im Unterschied zu frĂĽher, ein breites Sortiment substanziell nachhaltiger Fonds zur Abdeckung sozusagen aller finanztechnischen BedĂĽrfnisse der Pensionskassen, das zunehmend besser mit Klima- und Nachhaltigkeitsdaten dokumentiert ist. Die bekannte Ausrede, es gäbe kein passendes Angebot, funktioniert längst nicht mehr.

Nehmen Sie Einsicht in unsere aktuelle Liste der empfohlenen klimapositiven Fonds
Lesen Sie im später folgenden Teil 3 unsere Reflexionen ĂĽber die Erfolgsaussichten einer Politik des Bundes, welche noch auf die Freiwilligkeit im Ergreifen von Massnahmen zur Umlenkung der FinanzflĂĽsse im Lichte des Pariser Klimaabkommens setzt.

Freundliche GrĂĽsse

Sandro Leuenberger, Finanzplatz und Klima, Pensionskassen-Rating
sandro.leuenberger@klima-allianz.ch


 
Klima-Allianz Schweiz
www.klima-allianz.ch
P.S. Haben Sie Teil 1 verpasst? Lesen Sie gleich jetzt den gesamten Report 2024.
Pensionskassen-Klimareport 2024, Teile 1-3 als PDF






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