Dienstag, 3. Februar 2026

Die Schweiz kann sich zu 100% selbst versorgen




Von: Initiative Für eine sichere Ernährung <info@initiative-sichere-ernaehrung.ch>

Die Lebensmittelversorgung der Schweiz ist heute zu mehr als der Hälfte vom Ausland abhängig. Hauptursache dafür ist die Futterproduktion auf 60% von unserem Ackerland, statt pflanzlicher Lebensmittel für Menschen. 

Die Schweiz kann sich selbst versorgen – alleine die
Halbierung von Food Waste könnte 1,8 Millionen Menschen zusätzlich ernähren


 Das belegt die gestern in der «Agrarforschung Schweiz» publizierte Studie
"Wege zu einer markanten Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bei weniger Umweltbelastung" vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, ETH Zürich und Agrarökologie A+L.
 

 
Heute und am 17. Dezember entscheidet der Nationalrat darüber, ob unsere Initiative «Für eine sichere Ernährung» unterstützt, abgelehnt oder mit einem Gegenvorschlag beantwortet wird. 

Mit der Initiative verlangen wir die Sicherstellung der Bodenfruchtbarkeit, der Biodiversität und von sauberem Trinkwasser sowie das Anstreben eines verbindlichen Netto-Selbstversorgungsgrads von 70%.

Die gestern in der Agrarforschung Schweiz publizierte Studie "Wege zu einer markanten Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bei weniger Umweltbelastung" vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, ETH Zürich und Agrarökologie A+L belegt: Sogar ein Netto-Selbstversorgungsgrad von über 100% ist realisierbar. 

Der grösste Hebel dafür ist die Reduktion der Nutzung von Ackerflächen für die Futtermittelproduktion zugunsten der Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln für die Menschen, gefolgt von der Reduktion von Food Waste.

«Mit mehr Effizienz liessen sich Lebensmittel für über zehn Millionen Menschen produzieren», schreibt heute der Tages-Anzeiger dazu.

Heute werden 60% von unseren Ackerflächen zur Futtermittelproduktion genutzt. Dies ist die Hauptursache dafür, dass die Lebensmittelversorgung der Schweizer Bevölkerung zu mehr als der Hälfte vom Ausland abhängig ist. 

Wir leben in einer angespannten Weltsituation. Kriege, Handelskonflikte und klimaextreme Wetterverhältnisse können sehr schnell zu Importausfällen und Mangellagen führen. Die Forderung der Initiative «Für eine sichere Ernährung» nach einem Selbstversorgungsgrad von 70% ist mehr denn je von zentraler Bedeutung für die Souveränität und Sicherheit der Schweiz.

Mit der Initiative «Für eine sichere Ernährung», bekommt die Schweiz erstmals einen verbindlichen definierten Selbstversorgungsgrad. Falls globale Krisen zu Importausfällen und Mangellagen führen sollten, ist die Schweiz durch die Initiative darauf vorbereitet. Dies ist heute in keiner Weise der Fall, wie auch der Schweizer Bauernverband jährlich am Schweizer «Food Overshoot Day» aufzeigt.

Für die Erhöhung der Selbstversorgung soll der Bund die Produktion und den Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln fördern sowie den Food Waste reduzieren. Heute fördern 75% der jährlichen rund 3,6 Milliarden Franken Agrarsubventionen die Tierproduktion, und ein Drittel von unserem Essen landet im Abfall. Bereits die Halbierung des Food Waste würde ausreichen, um 1,8 Millionen Menschen zusätzlich zu ernähren.  

Mehr pflanzliche Lebensmittel in der Schweiz selbst anzubauen und zu verarbeiten, statt sie zu importieren, stärkt die Versorgungssicherheit und fördert eine gesunde, nachhaltige Ernährung. Es schafft Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung vor Ort, stärkt die Wirtschaft und führt zu fairen Konsumenten- und Produzentenpreisen für Schweizer Produkte.

Nicht einmal die Verankerung der Ernährungssicherheit in der Verfassung im Jahr 2017 hat in der Agrarpolitik ein Verantwortungsbewusstsein für eine sichere und gesunde Ernährung der Bevölkerung bewirkt. 

Die Initiative «Für eine sichere Ernährung» ist die Antwort auf die Missstände einer verfehlten Agrarpolitik. Mit ihren Zielen und Fristen schafft sie die dringend benötigte Verbindlichkeit für die Absicherung der  Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung. Sie sorgt zugleich für den Abbau der immensen volkswirtschaftlichen Kosten von 31.8 Milliarden Franken pro Jahr, die das Agrar- und Ernährungssystem in den Bereichen Umwelt, Klima und Gesundheit verursacht. 

Der Nationalrat hat jetzt die Chance, zusammen mit der Bevölkerung die Agrarpolitik 30+ auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen

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Mit grossem Dank für Ihre Unterstützung und herzlichen Grüssen
Franziska Herren & Team


Ziele und Fakten der Initiative und weitere Informationen finden Sie unten im Mail  oder auf unserer Homepage unter: initiative-fuer-eine-sichere-ernaehrung.ch


Anliegen und Ziele der Initiative

Anstreben eines Netto-Selbstversorgungsgrads von 70%
Die Schweiz hat genug Ackerflächen per Gesetz gesichert, um sich selbst versorgen zu können. Der Bund hat dafür zu sorgen, dass diese innert eines Jahres Ertrag abwerfen, um die Schweizer Bevölkerung im Krisenfall selbst ernähren zu können. Dies kann heute in keiner Weise gewährleistet werden. Ein verbindlicher Selbstversorgungsgrad gibt den Bäuerinnen und Bauern Produktions- und Abnahmesicherheit für ihre Ernten und sichert somit ihre Existenz.

Förderung einer neuen Balance zwischen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln
Der Bund soll für mehr Selbstversorgung vermehrt die Produktion und den Konsum pflanzlicher Lebensmittel fördern. Heute fördern 75% der jährlichen rund 3,6 Milliarden Agrarsubventionen die Tierproduktion. 

Reduktion von Food Waste
Neben der Förderung pflanzlicher Lebensmittel muss der Bund zur Erhöhung des Netto-Selbstversorgungsgrads auch dafür sorgen, dass der Food Waste reduziert wird. Heute landen 30% unseres Essens im Food Waste. 25 Prozent der Umweltbelastung unseres Ernährungssystems sind auf Food Waste zurückzuführen. 

Sicherstellung der Bodenfruchtbarkeit und der Biodiversitätstatt Pestizide
Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität sind die Produktionsgrundlagen der Landwirtschaft. In nachhaltigen Anbausystemen wie Mischkulturen, Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaft sorgen sie für mehr Ertrag und ersetzen Pestizide mit einem natürlichen Pflanzenschutz. Das führt zugleich zu sauberem Trinkwasser. Heute zerstören der Einsatz von Pestiziden und das Überschreiten der Höchstwerte für Dünger die Biodiversität und die Bodenfruchtbarkeit. Das führt zu Ernteverlusten.

Sicherstellung von sauberem Trinkwasser und den dafür erforderlichen Grundwasserressourcen
Die Sicherstellung von sauberem Trinkwasser und den dafür erforderlichen Grundwasserressourcen erfordert einen konsequenten Gewässerschutz und eine nationale Strategie für die Wasserversorgung. Heute gefährdet der Klimawandel sowie die Schliessung von Grundwasserfassungen aufgrund von umwelt- und gesundheitsschädlichen Pestizid- und Nitratrückständen die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser. Auch fehlt eine nationale Strategie für die Wasserversorgung. Bis heute weiss der Bund nicht, wie viel Wasser die Schweiz verbraucht und wie viel sie zur Verfügung hat.

Höchstwerte für Dünger (Stickstoffverbindungen und Phosphor) einhalten
Die Höchstwerte sind zum Schutz von Klima, Böden, Trinkwasser und Biodiversität seit 2008 in den Umweltzielen der Landwirtschaft festgelegt. Sie werden insbesondere durch eine von 1,3 Millionen Tonnen Importfutter erhöhte Tierproduktion massiv überschritten – beim giftigen stickstoffhaltigen Gas Ammoniak um 70%. Die Landwirtschaft ist in der Schweiz Hauptverursacherin der Emissionen des Luftschadstoffs Ammoniak und der Treibhausgase Methan und Lachgas. Die Hälfte des Schweizer Fleischs wird mittlerweile mit Importfutter produziert. 

Wirtschaftliche Anreize setzen, Fehlanreize beenden
Mehr pflanzliche Lebensmittel für die Versorgungssicherheit und eine gesunde, nachhaltige Ernährung zu fördern und selbst anzubauen und zu verarbeiten, statt sie zu importieren schafft Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung vor Ort, stärkt die Wirtschaft und führt zu fairen Konsumenten- und Produzentenpreisen für Schweizer Produkte. Die Initiative sorgt dafür, dass Subventionen, Bildung, Forschung und Grenzschutz so ausgerichtet werden, dass sie die Land- und Ernährungswirtschaft bei der Erreichung der Ziele der Initiative unterstützen. Die Initiative sorgt damit auch für den Abbau der immensen volkswirtschaftlichen Kosten von 31.8 Milliarden Franken pro Jahr, die das Agrar- und Ernährungssystem in den Bereichen Umwelt, Klima und Gesundheit verursacht.
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