Heute und am 17. Dezember entscheidet der Nationalrat darĂĽber, ob unsere
Initiative «FĂĽr eine sichere Ernährung» unterstĂĽtzt, abgelehnt oder mit einem Gegenvorschlag beantwortet wird.
Mit der Initiative verlangen wir die Sicherstellung der Bodenfruchtbarkeit, der Biodiversität und von sauberem Trinkwasser sowie das Anstreben eines verbindlichen Netto-Selbstversorgungsgrads von 70%.
Die gestern in der Agrarforschung Schweiz publizierte
Studie "Wege zu einer markanten Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bei weniger Umweltbelastung" vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, ETH Zürich und Agrarökologie A+L belegt:
Sogar ein Netto-Selbstversorgungsgrad von über 100% ist realisierbar. Der grösste Hebel dafür ist die
Reduktion der Nutzung von Ackerflächen für die Futtermittelproduktion zugunsten der Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln für die Menschen, gefolgt von der Reduktion von Food Waste.
«Mit mehr Effizienz liessen sich Lebensmittel fĂĽr ĂĽber zehn Millionen Menschen produzieren», schreibt heute
der Tages-Anzeiger dazu. Heute werden
60% v
on unseren Ackerflächen zur Futtermittelproduktion genutzt. Dies ist die Hauptursache dafür, dass die Lebensmittelversorgung der Schweizer Bevölkerung zu
mehr als der Hälfte vom Ausland abhängig ist.
Wir leben in einer angespannten Weltsituation. Kriege, Handelskonflikte und klimaextreme Wetterverhältnisse können sehr schnell zu Importausfällen und Mangellagen fĂĽhren. Die Forderung der Initiative «FĂĽr eine sichere Ernährung» nach einem Selbstversorgungsgrad von 70% ist mehr denn je von zentraler Bedeutung fĂĽr die Souveränität und Sicherheit der Schweiz.
Mit der Initiative «FĂĽr eine sichere Ernährung», bekommt die Schweiz
erstmals einen verbindlichen definierten Selbstversorgungsgrad. Falls globale Krisen zu Importausfällen und Mangellagen führen sollten, ist die Schweiz durch die Initiative darauf vorbereitet. Dies ist heute in keiner Weise der Fall, wie auch
der Schweizer Bauernverband jährlich am Schweizer «Food Overshoot Day» aufzeigt.
Für die Erhöhung der Selbstversorgung soll der Bund die Produktion und den Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln fördern sowie den Food Waste reduzieren.
Heute fördern 75% der jährlichen rund 3,6 Milliarden Franken Agrarsubventionen die Tierproduktion, und ein Drittel von unserem Essen landet im Abfall. Bereits die
Halbierung des Food Waste wĂĽrde ausreichen, um
1,8 Millionen Menschen zusätzlich zu ernähren.
Mehr pflanzliche Lebensmittel in der Schweiz selbst anzubauen und zu verarbeiten, statt sie zu importieren, stärkt die Versorgungssicherheit und fördert eine
gesunde, nachhaltige Ernährung. Es schafft
Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung vor Ort, stärkt die Wirtschaft und führt zu fairen Konsumenten- und Produzentenpreisen für Schweizer Produkte.
Nicht einmal die Verankerung der Ernährungssicherheit in der Verfassung im Jahr
2017 hat in der Agrarpolitik ein Verantwortungsbewusstsein für eine sichere und gesunde Ernährung der Bevölkerung bewirkt.
Die Initiative «FĂĽr eine sichere Ernährung» ist die Antwort auf die Missstände einer verfehlten Agrarpolitik. Mit ihren
Zielen und Fristen schafft sie die dringend benötigte Verbindlichkeit für die Absicherung der Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung. Sie sorgt zugleich für den
Abbau der immensen volkswirtschaftlichen Kosten von 31.8 Milliarden Franken pro Jahr, die das Agrar- und Ernährungssystem in den Bereichen Umwelt, Klima und Gesundheit verursacht.
Der Nationalrat hat jetzt die Chance, zusammen mit der Bevölkerung die Agrarpolitik 30+ auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen.
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